Ausstellung Sichtbarkeiten in Obermarchtal
Eine Kooperation der Eingangsklasse des ABG und der Akademie für Lehrerfortbildung in Obermarchtal
Menschen mit Behinderung in Belarus?
Wo liegt Belarus überhaupt? Und warum beschäftigen wir uns ausgerechnet mit dem Thema Behinderung in Verbindung mit diesem Land?
Das waren zu Anfang die Fragen, die unsere Schülerinnen und Schüler der Eingangsklasse am Aufbaugymnasium in Obermarchtal stellten, als die Klasse in Verbindung mit der Akademie für Lehrerfortbildung in Obermarchtal eine Ausstellung genau zu diesem Thema vorbereitet und aufgehängt hat.
Und es stimmt, Behinderung in Belarus ist ein Nischenthema - aber vielleicht gerade deswegen lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen.
Die Schülerinnen und Schüler der Eingangsklasse haben am 27.4.ihr zweiwöchiges Sozialpraktikum begonnen, und da einige Schülerinnen in Einrichtungen für Behinderte arbeiten, liegt eine Verbindung zum Thema durchaus nahe.
Anders verhält es sich mit Belarus. Obwohl die Hauptstadt Minsk nur 1100 km von Berlin entfernt liegt, wissen wir sehr wenig über dieses Land.
Die Ausstellung „Sichtbarkeiten“ wurde vom Verein Kanikuli e.V. konzipiert und zeigt Porträtfotografien von Menschen, die in Belarus, nahe Minsk, in einer Behinderteneinrichtung leben. Der Name der Ausstellung möchte darauf hinweisen, dass behinderte Menschen in unseren Gesellschaften oftmals nicht wahrgenommen werden. Das gilt im besonderen Maße für Belarus, da dort Menschen mit Behinderung vermehrt in Heimen leben und wenig gefördert werden. Die Fotos der Ausstellung möchten diesen Menschen Sichtbarkeit geben, ihre Individualität, ihre Einzigartigkeit, ihre Persönlichkeit zeigen.
Der Verein Kanikuli e.V. besteht seit zwanzig Jahren und hat sich zum Ziel gesetzt, Behinderteneinrichtungen in Belarus zu unterstützen. Das geschieht durch Austausch und finanzielle Unterstützung. Bis zum Jahr 2019 haben Freiwillige aus Deutschland eine alljährlich stattfindende Freizeit mit ihren belarusischen Partnerinnen und Partnern organisiert. Diese Kooperation ist aufgrund der politischen Lage so nicht mehr möglich, die Kontake zu den Menschen vor Ort werden durch die Vereinsarbeit dennoch aufrechterhalten.
Zwei Vertreterinnen des Vereins, Emily Bertheau und Marlene Westecker, sind in der Woche vor dem Sozialpraktikum der Eingangsklasse nach Obermarchtal gereist und haben in der Klasse über Belarus informiert, ihre Arbeit für Kanikuli e.V. vorgestellt und die Ausstellung eröffnet. Ihr persönlich gehaltener und eindrucksvoller Vortrag hat uns einen Einblick in eine nur vermeintlich weit weg liegende Welt gegeben und diese Welt damit für uns „sichtbar“ gemacht. Einen ganz großen Dank an Emily und Marlene!